Geschichte
Die Cassiopeia gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die bereits von Ptolemäus
erwähnt wurden. Im Laufe der Zeit gab es Versuche, das Sternbild
umzubenennen, so etwa im 17. Jahrhundert, als man sie mit der biblischen Maria
Magdalena in Verbindung brachte. Diese Bestrebungen setzten sich allerdings
nicht durch. In der Cassiopeia befindet sich eine seit langem bekannte
kosmische Radioquelle, die als Cassiopeia A bezeichnet
wird.
Mythologie
Der griechischen Mythologie nach war
Cassiopeia die Gemahlin des äthiopischen Königs Kepheus und Mutter der Andromeda. Die eitle Cassiopeia zog
den Zorn der Götter auf sich, da sie behauptete, noch schöner als die Nereiden, die Töchter
des Meeresgottes Nereus, zu sein. Die Nereiden wandten sich ob
dieser Beleidigung an Poseidon, der daraufhin ein schreckliches
Meeresungeheuer aussandte, das die Gestaden des Landes verwüstete. Das Land
konnte einem Orakelspruch nach nur von dem Fluch befreit werden,
wenn Andromeda, das einzige Kind des Königspaares, dem Ungeheuer geopfert würde.
Andromeda wurde schließlich an einen Felsen gekettet, und erwartete ihr
grausames Schicksal. Im letzten Augenblick eilte der Held Perseus
auf seinem geflügelten Ross Pegasus herbei und tötete das Untier.
Zum Lohn erhielt er Andromeda zur Frau. lle Gestalten der Erzählung wurden am Himmel verewigt, das Meeresungeheuer
in Form des Sternbildes Walfisch.
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Stern |
Namen |
Größe |
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α Cas |
Schedir… |
2,2m |
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β Cas |
Chaph |
2,3m |
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δ Cas |
Ruchbah |
2,7m |
Schedir ist mit
einer scheinbaren Helligkeit von
2,2m der hellste Stern in der Cassiopeia. Er ist 120 Lichtjahre von
der Sonne entfernt und
ist ein rötlicher Stern der Spektralklasse K0.
Der zweithellste
Stern Chaph ist etwa 46 Lichtjahre
entfernt und gehört der Spektralklasse F2 an. Ruchbah ist rund 80 Lichtjahre
entfernt und gehört zur Spektralklasse A5.
Doppelsterne
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Objekt |
Größen |
Abstand |
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η Cas |
3,5m/7,5m |
13" |
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ιCas |
4,6m/6,9m |
2,5" |
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φCas |
5,0m/7,0m |
134" |
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λCas |
5,3m/5,6m |
0,6" |
η Cassiopeiae ist ein Doppelsternsystem in nur 19 Lichtjahren
Entfernung. Das System besteht aus einem gelblich leuchtenden Stern der
Spektralklasse G0 und einem rötlicher Begleiter der Klasse M0. Das System ι
Cas ist 150 Lichtjahre entfernt und besteht aus zwei weißlich-blauen Sternen der
Spektralklassen A4 und F5.
η und ι Cas sind einfach im Teleskop zu trennen.
Das
System φ Cas ist mit 10.000 Lichtjahren wesentlich weiter von der Sonne
entfernt. Seine Sterne gehören den Spektralklassen F0 und B5 an. Von der Erde
aus gesehen, sind die beiden Komponenten mit 134 Bogensekunden weit
voneinander entfernt und können daher schon mit einem Fernglas in Einzelsterne aufgelöst
werden.
λ Cas ist 300 Lichtjahre entfernt und besteht aus zwei Sternen der
Spektralklassen B8 und B9. Von der Erde aus gesehen weisen die Komponenten einen
Abstand von nur 0,6 Bogensekunden auf. Um sie in Einzelsterne zu trennen
benötigt man ein größeres Teleskop.
Veränderliche Sterne
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Objekt |
Größe |
Periode |
Typ |
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γ Cas |
1,6m–3,0m |
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unregelmäßig |
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SU Cas |
5,7m–6,2m |
1,9493 Tage |
Cepheid
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γ Cas ist ein unregelmäßig veränderlicher Stern der
Spektralklasse B0 in 800 Lichtjahren Entfernung. Im Maximum erreicht er eine
Helligkeit von 1,6m und wird damit noch heller als Schedir. SU
Cas ist ein veränderlicher Stern vom Typ der Cepheiden. Mit einer regelmäßigen Periode von
1,9493 Tagen verändert sich seine Helligkeit von 5,7 bis 6,2m. Er ist
800 Lichtjahre entfernt und gehört der Spektralklasse F6 an.
Messier- und NGC-Objekte
Da sich die Milchstraße durch die Cassiopeia zieht, ist diese Region sehr
sternreich und enthält einige interessante Objekte, wie offene
Sternhaufen. Zwei davon nahm der französische Astronom Charles Messier in
seinen Katalog nebliger Objekte auf. Der auf dem Foto sichtbare doppelte
Sternhaufen h und Chi Persei gehört allerdings zum Sternbild Perseus.
Der 5.000 Lichtjahre entfernte offene Sternhaufen M52 wurde 1774 von Charles Messier entdeckt, als er einen in
diesem Jahr sichtbaren Kometen beobachtete. M52 ist ein sehr reichhaltiger
Sternhaufen, der im Fernglas als nebliger Fleck erscheint. Im Teleskop werden
bei höherer Vergrößerung 80 bis 100 Sterne sichtbar.
M103 ist ein offener
Sternhaufen in etwa 6.000 Lichtjahren Entfernung. Im Fernglas erscheint er als
nebliger Fleck. Erst im Teleskop kann er in Einzelsterne aufgelöst werden.
Der Emissionsnebel NGC281 ist ca. 10.000
Lichtjahre entfernt. Im Teleskop zeigt sich, dass eine Gruppe von Sternen in den
Nebel eingebettet ist. Bei dem Objekt handelt es sich, wie beim Orionnebel, um
ein Sternentstehungsgebiet.
Der 5.000 Lichtjahre entfernte Sternhaufen NGC457 wurde 1787 von Wilhelm Herschel entdeckt. Im Teleskop
erinnert sein Anblick an eine Eule mit ausgebreiteten Flügeln, wobei die
hellsten Sterne die Augen darstellen sollen. Der hellste Stern des Haufens ist
bereits mit bloßem Auge erkennbar.
NGC559 ist ca. 6.000
Lichtjahre entfernt. Im Fernglas zeigt sich ein schwacher Nebel, im Teleskop
kann der Haufen in Einzelsterne aufgelöst werden.
NGC654 ist 7.000 Lichtjahre
entfernt. In einem mittleren Telskop von 6 bis 10 cm Öffnung zeigt sich ein
kompakter Sternenhaufen mit vielen Zweier- und Dreiergruppen von Sternen.
NGC663 ist
ebenfalls 7.000 Lichtjahre entfernt und steht etwas südlich von NGC654. Der
Sternhaufen ist bereits im Fernglas ein sehr lohnendes Objekt, das zwei
sternreiche Gebiete zeigt. Im Teleskop zeigen sich mit zunehmender Vergrößerung
immer weitere Sterne, darunter einige gut zu trennende Doppelsterne.
Der 6.000 Lichtjahre entfernte offene Sternhaufen NGC7789 wurde 1783 von Karoline
Herschel entdeckt. Im Fernglas erscheint er als neblige Wolke. Im Teleskop
wird eine Vielzahl von Sternen sichtbar. NGC7789 ist einer der reichhaltigsten
Sternenhaufen des Nordhimmels.
In der griechischen Mythologie war Kassiopeia (Cassiopeia) die schöne,
aber auch überhebliche Königin von Äthiopien.
Die fünf Hauptsterne der Kassiopeia bilden ein markantes W am Himmel,
daher wird sie auch als Himmels-W bezeichnet. Die Spitze in der Mitte
des W zeigt ungefähr auf den Polarstern.
Die Kassiopeia gehört zu den nördlichen zirkumpolaren Sternbildern, d.h.
das Sternbild ist in unseren Breiten das ganze Jahr über zu sehen.