Venus vor der Sonne

Eine sechsstündige Mini-Sonnenfinsternis
am 8. Juni 2004

Öffentliche Live-Beobachtung dieses seltenen Himmelsereignisses mit Cassiopeia Saarlouis e.V. am Pavillon in der Französischen Strasse in Saarlouis

Am 8. Juni wandert unser nächster Nachbarplanet Venus als kleiner schwarzer Punkt genau zwischen Sonne und Erde hindurch. Diese sogenannten Venusdurchgänge treten in regelmäßigen Abständen von 8, 105, 5,8 und 121,5 Jahre auf und zählen somit zu den seltensten planetaren Ereignissen überhaupt. Seit der Erfindung des astronomischen Fernrohres im Jahr 1610 konnten erst sechs Durchgänge beobachtet werden!

Die Mitglieder unseres Vereins und APM Telescopes Markus Ludes möchten sich und den interessierten Passanten dieses kosmische Schauspiel nicht entgehen lassen. Wieder einmal wird eine Art mobile Sternwarte in die Fußgängerzone verlegt, um dort, mittels Teles-
kopen und Schutzfilter, dieses interessante Himmelsereignis zu beobachten. Der erste Kontakt zwischen Planetenscheibchen und Sonnenrand beim Eintritt von Außen findet um 7:19 Uhr statt, der letzte Kontakt beim Austritt von innen um 13:23 Uhr.


Aber wie kommt es zu einem Venusdurchgang?
Der Planet Venus kreist innerhalb der Erdbahn um die Sonne. Ein Umlauf der Venus um die Sonne dauert 224 Tage. Da die Erde sich in dieser Zeit auch auf ihrer Bahn weiterbewegt, vergehen jeweils ungefähr 584 Tage, bis Venus die Erde wieder einmal überholt, was nichts anderes bedeutet, als dass sie zwischen Sonne und Erde hindurchzieht (untere Konjunktion). Dabei bewegt sich der nahezu Erdgroße Planet meistens unterhalb oder oberhalb der Sonne vorbei. Der Grund dafür ist die Neigung der Venusbahn um etwa 3,4° gegen die Erdbahnebene (Ekliptik). Nur wenn Venus sich in unterer Konjunktion sehr nahe oder genau auf einem der beiden Schnittpunkte (Knoten) ihrer Bahn mit der Erdbahnebene befindet, kommt es zu einem Venustransit. Venusdurchgänger können nur in den Tagen um den 7. Juni und um den 8. Dezember stattfinden, weil die Venusbahnknoten zu den genannten Daten von der Erde aus gesehen dann vor der Sonnenscheibe stehen.

Sollten widererwartend die Wetteraussichten für Saarlouis nicht optimal sein, laden die Vereinsmitglieder Gernot Meiser, Pascale Demy und Raimund Herzog ein, sie virtuell auf der Website des Iranischen Astronomie-Magazin Nojum zu begleiten. Nicht weit von der persischen historischen Stätte Persepolis wollen sie zusammen mit Mike Simmons, Ehrengast der
1. internationalen Woche der Astronomie in Saarlouis in 2003, weiteren amerikanischen Astro-
nomie-Experten sowie zahlreichen iranischen Amateur-Astronomen das Ereignis live erleben und einfangen.



Bilder der gemeinsamen Erlebnisse im Iran finden Sie unter:
www.nojum.net
www.vtransit.com

und auf unserer Website, ganz
nach dem Motto: „Wir leben alle unter dem selben Himmel“.

Vorsicht bei der Sonnenbeobachtung!
Das Auge wird sofort beschädigt, wenn man ungeschützt in die grelle Sonne blickt. Schauen Sie niemals – und auf keinen Fall mit einem Fernglas oder Teleskop - ohne Sonnenfilter in die Sonne.